Alt Süsterfeld

Ein Beitrag von Karl-Hermann Hartmann.

 

Schön wars …

Unsere zweite Wanderung in diesem Jahr war von Davor und Christa auf vier Stunden ausgelegt und führte vom Clubhaus zum Bismarckturm und zurück. Wegen Urlaub und Familienfesten bestand unsere Wandergruppe, so wie beim letzten Mal, wieder nur aus acht Personen. Die Stimmung war bereits bei der Begrüßung durch Christa sehr gut. Petrus verwöhnte uns mit knapp 20 Grad, Sonne und Wolken. Also ideales Wanderwetter.

Davor führte uns ab 10.00 Uhr durch Helleböhn in Richtung Dönche über die Straßenbahnhaltestelle Universität. Am Fuß der Dönche auf 170 Meter NHN ging dann unser Weg nach Westen stetig bergauf Richtung Konrad-Adenauer-Allee. Vorbei an großen und kleinen Büschen, die zum Teil im unteren Bereich von den Weideschafen bis auf 1,50 m Höhe kahlgefressen waren. Nur mit der ständigen Beweidung kann man der Verstrüppung der Freiflächen Herr werden. Die Schafe halten so den Wuchs der Pflanzen niedrig und düngen gleichzeitig die Grünflächen.

Immer wieder blieben wir stehen, nicht nur wegen der „Puste“, sondern auch wegen der schönen Ausblicke auf die Umgebung und die im Tal liegende Stadt Kassel. Bunte Feldblumen und hohe Gräser säumen unseren Weg bergauf.

Am oberen Ende der Dönche-Freifläche sahen wir auf unserem Weg zur Konrad-Adenauer-Allee viele interessante Gebäude. Von älteren Häusern, zum Teil noch mit Fachwerk erbaut, bis hin zu modernen Villen und Mehrfamilienblöcken zeigte sich uns der Wandel der Architektur von traditionell bis hin zu modern. Eines haben sie aber alle gemeinsam, der Boden, auf dem sie stehen, liegt im oberen Bereich der Kasseler Grundstückspreise.

Nach 1 ½ Stunden und 175 überwundenen Höhenmetern überquerten wir nun die Konrad-Adenauer-Straße Richtung Bismarckturm. Der nun anstehende Teil der Strecke fiel wieder unter die „Davor-Bergwertung“.

Die vor uns liegenden gut 110 Meter Höhenunterschied absolvierten wir alle mit Bravour in 30 Minuten. Die einen waren etwas schneller, die anderen brauchten 5 Minuten länger. Um 11.45 Uhr hatten wir die Hälfte unseres Wanderweges und den höchsten Punkt mit 434 Metern erreicht. Von hier aus bot sich bei guter Fernsicht eine grandiose Aussicht auf das Kasseler Becken, auf die Söhre und den im Hintergrund liegenden Hohen Meißner.

Nach einer kurzen Rast ging es nun auf schmalen, gut begehbaren Fußwegen ständig bergab. Wir überquerten wieder die Konrad-Adenauer-Allee, liefen ein paar hundert Meter an ihr entlang und bogen dann in den Wald rechts ab, Richtung Dönche. Am Ende des Waldes, oberhalb der Galloway-Weide, bot sich wieder ein schöner Blick über die Dönche und das südliche Kassel.

Wir folgten dem Döncherundweg in nördlicher Richtung und schwenkten dann nach Süden auf die Dönche ein. In herrlicher sommerlicher Umgebung ging es weiter bergab. Die Frage nach einer kurzen Rast im schönen Umfeld wurde kurzum mit der Bemerkung beantwortet: Nein, es wartet im „Alt Süsterfeld“ ein kühles, frisch gezapftes österreichisches Bier auf uns.

Ich führte uns auf „meiner Hausstrecke“ über das Freilandlabor durch den Buchen- und Eichenwald neben der Heinrich-Schütz-Allee. Hier säumten unseren schmalen Fußweg mächtige 20 – 25 Meter hohe Baumriesen mit ihren weit ausladenden, schattenspendenden Blätterdach. Legt man seine Hand an den Stamm einer der Giganten und verweilt so eine Minute, dann spürt man die Kraft des Baumes, die auf einen übergeht (ausprobieren!). Geradeaus, über die Wiese an der „Schönen Aussicht“ vorbei waren es nur noch wenige Minuten bis zu unserem Wanderziel, der Gaststätte „Alt Süsterfeld“.

Hier erwarteten uns bei immer noch herrlichem Wetter ein gastlicher Sommergarten mit netter Bedienung, dem vorab angepriesenem frischen Bier und schmackhaften „österreichisch orientierten“ Speisen. Mit den hier zugestoßenen Schiffmanns waren wir nunmehr zehn fröhliche und gut gelaunte Wanderer, die bis dahin Petrus dankten für einen regenfreien Wandertag.

Um 16.00 Uhr gingen wir dann in Richtung Clubhaus oder direkt zum Wohnort auseinander. Allerdings überraschte uns dabei Petrus doch noch einmal mit einem kurzen, aber heftigen Regenschauer. Der konnte aber den bis dato schönen Tag nicht mehr verwässern, denn der allgemeine Tenor war – Schön wars …

Karl-Hermann Hartmann
08.08.21

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