Bericht der Jugendleitung zum Saisonauftakt, 21.08.2017

Ein Beitrag von Alexander Bosche.

Zum Zeitpunkt der Herausgabe unserer Vereinszeitung „Kleeblatt“ befinden sich bereits alle Jugendteams im Freiluftwettbewerb und versuchen unseren Verein ordentlich zu vertreten. Vorab sollte noch erwähnt werden dass ein langjähriger Trainer Dino das Jugendschiff Olympia Kassel nach mehr als 13 Jahren Jugendtrainertätigkeit mit Ende der Saison 2016/2017 verlassen hat. Es handelt sich hierbei um unseren Heiko Groß, welcher zuletzt mit Bernd Hobein zusammen die D-Junioren trainierte. Wir möchten auch auf diesem Wege von der Jugendabteilung für Heikos großartige Jugendarbeit nochmals Danke sagen und wünschen ihm in seinem Ruhestand als Jugendtrainer viel Erholung. Heiko: „Wenn Du Dich genug erholt hast und wieder Jugendaction brauchst, Du weißt wo Du uns findest J“

Auf der anderen Seite können wir vier neue Personen im Trainerstab der Jugendabteilung begrüßen: Osman Gülseven, Ergün Ünal, Benny Wedel und Richard Lindt werden in der Saison 2017/2018 mithelfen das Jugendschiff Olympia Kassel im korrekten Fahrwasser zu halten. Wir möchten Euch herzlich Willkomen heißen und freuen uns auf gute Zusammenarbeit.

Im unteren Jugendbereich sind wir wieder sehr zahlreich vertreten, von den Bambinis bis zur D-Jugend können wir 9 Teams stellen. Das ist schon eine echte Hausnummer, Bravo. Im oberen Jugendbereich sieht hingegen leider ganz anders aus. Wir können diese Saison keine C- und B-Jugend mangels Masse stellen. Lediglich eine A-Jugend konnten wir stellen. Zuletzt machten die Vereinsmitglieder große Augen wenn ich als Jugendleiter diese Tatsache preis gab. Fragen wurden mir gestellt: „was ist da los ? wie kann sowas passieren ? was ist mit der immer so hochgelobten Jugendabteilung ? Wo sind die ganzen Jugendlichen hin ?“

Zum einen ist es so dass wir im Seniorenbereich doch recht weit unten spielen und dies natürlich nicht immer ein Zugpferd für Jugendliche ist bei uns in der Jugend zu spielen um dann im Seniorenbereich anschließend Kreis A oder Kreis B zu spielen. Wenn Eltern feststellen dass ihre Kinder zweimal den Ball hochhalten können dann glauben sie dass ihr Kind zu einem höherklassig spielenden Verein wechseln muss weil dort angeblich die Ausbildung besser sei und das Kind in einer „besseren“ Mannschaft spielen könne.
D
a es heute nicht mehr so ist wie früher, als die Erwachsenen selbst bei Olympia Kassel groß geworden und dadurch ihre Kinder auch bei den Kleeblättern geblieben sind, spielt es für die Eltern keine Rolle ob Olympia Kassel oder ein anderer Club. Vereinszugehörigkeit ist meistens völlig in die Defensive gerutscht und spielt keine große Rolle mehr.
Wenn wir also versuchen unsere Jugendmannschaften mit lizensierten Trainer zu besetzen was wir in der Vergangenheit praktiziert haben um eine qualifiziertere Ausbildung anzubieten (wobei eine Lizenz keine Garantie für eine gute Ausbildung ist, manchmal versteht der Lizenzinhaber auch nicht sein Wissen zu vermitteln), dann war das auch kein Lockmittel um höherklassig ambitionierte Jugendspieler nach Olympia zu holen. Im Gegenteil. Wenn beispielsweise so Lizenzinhaber 4-5 Jahre bei Olympia Kassel mit seinen Kids immer auf Kreisebene gespielt hat, dann hat er berechtigter Weise auch mal den Wunsch höherklassig zu trainieren. Wenn also eine B-Jugend einen 20 Mann Kader hat und der langjährige Trainer die Truppe verlässt um höherklassig zu trainieren, dann folgen ihm automatisch die besseren Spieler in den höherklassigen Verein. Aber auch andere ziehen dann mit oder wechseln woanders hin weil sie befürchten dass die Truppe auseinander fällt. Wenn demnach 6-7 Jungs mitziehen dann besteht der Kader noch aus 13-14 Spielern und damit kann man keine Saison spielen, und schon bricht eine Mannschaft weg !!
Den Spielern und Eltern ist es egal wie der Club heißt, ihnen geht es um den Trainer an den sich das Kind über die Jahre hinweg gewöhnt hat und auch manches Elternteil. Wo der Coach hingeht da folgen ihm auch eine ganze Reihe von Kids. Wenn dies nun zufällig bei 2-3 Jahrgängen nacheinander vorkommt, dann fehlen halt irgendwann dies Jahrgänge und man hat im Jugendbereich Lücken.
Wenn man sich nun die Frage stellt: warum wechseln nicht mehrere andere Spieler von anderen Vereinen zu Olympia Kassel ? Hierauf folgt automatisch die nächste Frage, was hat Olympia Kassel zu bieten um Spieler zu sich zu locken ? Wer hierzu eine umsetzbare Antwort hat, bitte bei mir melden. Und kommt mir bitte keiner mit dem Argument „Olympia hat eine gewissen Ruf oder ist ein Traditionsverein“ Dies interessiert heute fast gar keinen Jugendlichen mehr !

Des weiteren ist der Lauf der Dinge so, Jugendliche im pubertären Alter haben oft entweder richtig Bock auf Fußball, dann spielen sie allerdings auch oft Gruppenliga und höher.
Die meisten anderen haben keine Lust sich zu quälen und ein Großteil muss oft gebeten werden sich auf den Platz zu begeben. Deswegen haben unter anderem viele „Breitensportvereine“ auch oft das große Problem Jugendmannschaften ab C-Jugend aufwärts zu besetzen, eine für mich persönlich besorgniserregende Tendenz und Entwicklung.

Schauen wir mal, vielleicht irre ich mich ja mit meinen Ausführungen völlig und es kommt in Zukunft ganz anders als ich vermute, wäre schön. 

Die Jugendleitung

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