Finanzieller Einfluss der Pandemie auf Vereine

Ein Beitrag von Alexander Bosche.

 

Vielleicht fragen sich viele unserer Mitglieder, welche nicht direkt mit den Geschicken des Vereins zu tun haben, wie es finanziell um ihn steht ? Gibt es ihn nach der Pandemie, in dieser Form wie vorher, überhaupt noch ? Werden die Mitglieder zur Kasse gebeten um den Ruin abzuwehren ?

Viele von uns haben während Corona viel Zeit um sich mit Gedanken zu beschäftigen, für diese man im „gewohnten“ Alltag sonst oft keine Gelegenheit findet. Wenn wir uns zur gegebenen Zeit wieder auf den einzelnen Sportplätzen der verschiedenen Vereine treffen können, dann fragt man natürlich den Kollegen des anderen Vereins „Wie ist es euch finanziell während Corona ergangen ?“ . Einige müssen dann antworten, dass man schwere Zeiten durchleben musste, da viele Gelder von Extern einfach nicht geflossen sind, da auch Firmen oder private Gönner ihre Einbußen während der Pandemie Haben / hatten.

Wer also als Verein auf einen oder mehrere „größere“ Geldgeber angewiesen ist, der könnte schon mal ins Schwitzen gekommen sein. Wenn ich eine teure Mannschaft habe, die hauptsächlich über externe Gelder finanziert werden kann, dann muss ich während der Pandemie entweder darauf hoffen, dass die Spieler und Trainer auf ihre Gelder verzichten, oder das der/die Geldgeber trotz des ruhenden Balls weiterhin zahlungswillig sind. Sowas beschert den Vereinsverantwortlichen oft unruhige Nächte, was durchaus zu verstehen ist.

Unser Club ist ja nun bekanntlich von keinem größeren Geldgeber abhängig. Oft werden wir auf Vorstandsebene gefragt, ob es nicht schön wäre, wenn es Jemanden gäbe, der den Verein von finanziellen Sorgen erlösen würde. Natürlich ist sowas schön, aber nur solange der Laden so läuft, wie diese Person / Firma es sich vorstellt. Wenn man sich nicht mehr einig ist und der Geldgeber sich zurückzieht, dann ist der feie Fall vorprogrammiert (letztes bekanntes Beispiel FSC Lohfelden). Wenn dann auch noch so eine Ausnahmesituation wie die Corona Pandemie langatmig dazu kommt, dann kann der Ofen mal ruck zuck aus sein.

In solchen Momenten bin ich froh, dass wir uns nicht „abhängig“ gemacht haben. Durch die Treue unserer Mitglieder während Corona und der durchgehenden Beitragszahlung, konnten wir erhebliche Einbußen in der Vereinskasse verhindern. Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen der Jugendleitung, für diese Vereinstreue in diesen schweren Zeiten, bei all unseren beitragszahlenden Mitgliedern von ganzem Herzen bedanken.

Durch die Unterstützung der Stadt Kassel (z.B. Aktion Kopf hoch Kassel) konnten wir dort auch Gelder beantragen, die uns durch den ausgebliebenen Spielbetrieb gefehlt hatten. Sogar haben sich vereinsintern Mitglieder zusammengeschlossen (z.B. aus der Alten Herren) um eine notwendige Investition für den hoffentlich bald wieder anlaufenden Spielbetrieb aus ihrer „privaten Tasche“ zu unterstützen, hier auch nochmal vielen vielen Dank.

Um auf die, zu Beginn meines Berichts, aufgeführten möglichen Fragen zu antworten : Ja, der Verein lebt und ist nicht infiziert !!

Zwar ist das Grauen mit diesem Virus noch lange nicht verschwunden, aber ich bin froh, dass wir durch die Vereinstreue unserer Mitglieder und auch der anderweitigen finanziellen Unterstützungen, diese schwere Zeit meistern werden und dann vielleicht stärker zurückkommen als vor der Pandemie. Wir stehen alle in den Startlöchern und sind gespannt, wann und wie es weitergeht. Vor allem wäre es den Aktiven aber auch den passiven Mitgliedern zu wünschen, dass man dieses mal länger als nur zwei Monate (siehe September und Oktober 2020) am Stück spielen und trainieren kann.

In diesem Sinne verabschiede ich mich mit dem in diesen Zeiten meist gehören Satz :
Bitte bleiben Sie gesund  !!

Alex Bosche

Für die Fußball-Jugendabteilung

 

 

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