Wanderung im Naumburger Land

Ein Beitrag von Gisela Gutbier.

Am Sonntag, den 18.3. um 10.00 Uhr trafen sich 8 Wanderer (Karl-Heinz, Björn, Davor, Norbert, Doris, Wolfgang, Gisela und Walter) bei „sibirischen Temperaturen zur Wanderung auf dem Wanderweg H 8 dem Habichtswaldsteig.

Mit dem Olympia Bus fuhren wir auf einen Parkplatz am Ortsrand von Naumburg. Ordentlich eingepackt ging es los. In der Sonne war es sehr schön, aber wenn der Wind blies, war es eisig kalt. Der Weg führte uns ein Stück durch den alten Ortskern von Naumburg. Dann ging es an Feldern vorbei zur Weinbergkapelle.

Nach alten Erzählungen und Überlieferung der Legende war der Weingartenhügel die erste Zufluchtsstätte der brandgeschädigten Bevölkerung. Am 7. Juli 1684 hatte eine Feuersbrunst die kleine Stadt vollständig vernichtet und die Bevölkerung, so wurde übermittelt, sei auf den außerhalb der kleinen Stadt Naumburg gelegenen Weinberghügel geflüchtet. Von hier aus mussten sie mit ansehen, wie ihre Stadt in Schutt und Asche fiel. Das laute Wehen, Klagen und „Weinen“, der auf dem Weinhügel versammelten Menschen führte dann zu der Bezeichnung „Wein(en)garten“ und somit in den späteren Jahren zum Namen der „Weinberg-Kapelle“. Allerdings konnte diese Namensgebung keiner historischen Wahrheit standhalten, doch die Legende bleibt. Der Weingartenhügel war schon vor diesen Ereignissen ein „heiliger Berg“.

Der Weg führte uns weiter durch Wald und Flur Richtung Weidelsburg. Die Wege waren teilweise sehr schwer zu begehen. Traktoren und Rückefahrzeuge hatten die Wege ziemlich aufgewühlt. Jetzt war der Frost wenigstens dazu gut, dass die Wege gefroren waren, sonst wären wir im Schlamm versunken. Durch schneebedeckte Felder ging es bergauf (ziemlich steil). Schneeverwehungen machten das Laufen nicht ganz so einfach. Die eine oder andere Verschnaufpause musste da schon eingelegt werden. Unterhalb der Weidelsburg angekommen, entschieden sich vier Wanderfreunde auf den steilen Aufstieg hoch auf die Burg zu verzichten. Die anderen vier machten sich auf zur Ruine der Weidelsburg.

Weidelsburg – nicht nur größte Burgruine Nordhessens, sondern auch eine der bedeutendsten spätmittelalterlichen Burgen in Hessen

Die zwischen 1380 und 1430 neugebaute Weidelsburg ist heute Nordhessens größte Burgruine. Sie liegt auf einem steilen Basaltkegel (492m ü. NN) und vereinigt in idealtypischer Form spätmittelalterlichen Wohn- und Wehrbau.

Von der Burg sind hohe Mauer-, Turm-, Torreste, und Zwingeranlagen erhalten. Schon von weitem sind die zwei wuchtigen Wohntürme der Weidelsburg, Wahrzeichen des Wolfhager Landes, zu sehen. Vom Ostturm bietet sich ein herrlicher Blick über die Landschaft des Naturparks Habichtswald mit ihren charakteristischen Basaltkuppen.

Von hier aus ging es immer weiter auf dem Rundweg H 8 in den Wald. Hier konnten wir sehen, welche großen Schäden das Sturmtief Friedricke angerichtet hat. Wir mussten über manchen umgestürzten Baum klettern oder abgestürzte Äste umschiffen. Nicht immer ganz so einfach.

Der chinesische Verkehrsminister war auch hier tätig. Plötzlich hieß es „Umleitung“. Der eigentliche Weg war durch umgestürzte Bäume völlig unpassierbar. Bis zu unserem Ziel, dem Cafe Hasenacker, dass wir mit einer Stunde Verspätung erreichten, waren noch einige Hindernisse zu umschiffen.

 

Christa wartete dort schon auf uns. Für das Erste geschafft, ließen wir uns auf die Stühle fallen und ein Hefeweizen musste erst einmal her. Mit Kartoffelsalat und Bratwurst kam die ersehnte Stärkung auf den Tisch. Sehr lecker. Aber das Highlight in dieser Gaststätte waren die Tortenstücke. Unglaublich. Zu viert haben wir uns dann eine Stachelbeertorte mit Baiser geteilt. Für Tortenliebhaber ein guter Tipp, hier mal reinzuschauen.

Gut gestärkt machten wir uns auf die letzte Etappe zum Parkplatz. Davor sagte, die drei Kilometer wären nicht so schwierig. Doch weit gefehlt. An einer Kreuzung zeigte uns der Wegweiser an, rechts ab. Also folgten wir dem Wegweiser. Jetzt ging es erst richtig los. Das war kein Weg mehr, das war ein „Hinderniswandern“.

Es ging bergauf, über umgestürzte Bäume und einen durch die Holzrückfahrzeuge aufgewühlten Weg bergauf. Das war schwierige Wanderarbeit. Endlich nach gefühlten 10 Kilometer hatten wir wieder einen ordentlichen Wanderweg unter den Füssen. Aber bis zu unserem Bus war es doch noch ein ganzes Stück.

Das letzte Stück des Wanderweges führte uns über eine Wiese wieder bergauf. Endlich war der Bus in Sicht. Eine schöne aber auch sehr anstrengende Wanderung war zu Ende.

Dank an unseren Fahrer Björn.

So viele umgestürzte Bäume und abgerissene Äste die wir gesehen haben – unglaublich. An einer Stelle waren die Tannen in Serie umgefallen, die lagen da, als wenn sie jemand ordentlich hingelegt hätte. Wir haben gesehen, dass die Stürme in den letzten Wochen in den Wäldern „ganze Arbeit“ geleistet haben. Das wird noch viele Monate dauern, bis die Forstverwaltung hier wieder einigermaßen Ordnung geschafft hat und die Hauptwanderwege wieder ohne Schwierigkeiten genutzt werden können.

Mit sportlichen Wandergrüßen

Gisela Gutbier

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